Zielgruppe Lohas: Alles Grüne für Ihre Zukunft

Alles wird grün
ßko-Fashion statt selbstgestrickte Wollsocken und Latzhose, mit dem Hybrid-Auto zum Bio-Shopping statt mit dem rostigen Damenrad zur Selbsthilfegruppe – die Klischees vom Müsli-ßko gehören in die Mottenkiste. Das Lebensgefühl der neuen Biohème ist weder asketisch noch verbissen. Aus dogmatischen Alternativen werden Avantgardisten. Die so genannten –Lohas– sind sowohl kritisch als auch konsumfreudig.

Genauso wichtig wie eine umweltgerechte und nachhaltige Produktion sind ihnen Design und ßsthetik. Ethik und Hedonismus sind kein Widerspruch. Auch Luxus ist bei der neuen Konsumenten-Elite nicht verpönt. Damit verliert ßko seinen einst abschreckenden Charakter und erreicht auch konservative Bevölkerungsschichten.

Vom zarten Pflänzchen zum Wachstumsmarkt
Doch wer sind die Lohas genau? Lohas steht für –Lifestyle of Health and Sustainability–, also ein gesundes und umweltbewusstes Lebensgefühl. Laut Trendguru Horx kennt der Markt, der nach gesunden und ethisch korrekten Produkten hungert, keine Grenzen. Appetitmacher waren die Bio-Produkte im Supermarkt. Heute treffen Sie ein Drittel der Bevölkerung auf den Green Markets. Der –öko-soziale Mehrwert– wird zum Verkaufsargument.

Allerdings lässt sich die neue Konsumenten-Elite schwer in traditionellen Kategorien fassen. Alle Altersschichten sind vertreten. Zu unterschiedlich sind die Denk-Einstellungen. Was man allerdings festhalten kann: Der Kern der Zielgruppe verfügt über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen und Bildungsniveau. Die technikaffine Zielgruppe lebt online, Wirtschaftsinformationen stehen ähnlich hoch im Kurs wie Gesundheitsthemen.

Das neue Konsum-Bewusstsein lässt den Markt mit Bio- und ßkoprodukten wachsen und gedeihen. Neben dem Lebensmittelbereich präsentiert sich der Kosmetik-Sektor in hoffnungsvollem Grün: Natur-Kosmetik, unbelastet von Tierversuchen, gewinnt weiter an Marktanteilen. Der ökologisch und ethisch korrekte Kleidungsstil wirkt ebenfalls anziehend. Pelz ist out, Bio-Baumwolle ist in. Auch der umweltschonende Herstellungsprozess ist ein Kaufkriterium.

Greenwashing beschmutzt das Image
Lohas achten nicht nur darauf, was sie kaufen. Sie wollen auch wissen, bei wem sie kaufen. Verantwortliches unternehmerisches Handeln wird zum Verkaufsargument. Wer einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leistet, setzt sich vom Wettbewerb ab.

Es langt nicht, sich ein fadenscheiniges grünes Mäntelchen umzuhängen. Greenwashing, also eine grüne Image-Politur ohne Substanz, ist riskant. Das Internet macht die Konsumenten klüger. Und mächtiger. Wenn eine Marke im Web als Greenwasher in Verruf gerät, kann das der Anfang vom Ende sein.

Wer sich für den Wachstumsmarkt der Lohas interessiert, sollte ganzheitlich auf Grün schalten. Ihr Engagement steigert zusätzlich den Firmenwert. Gleichzeitig ist nachhaltiges Handeln ein Plus bei der Mitarbeiter-Gewinnung. Denn gute Wissensarbeiter gehen lieber zu einem Unternehmen, das sich werteorientiert zeigt.

Quelle: WiN-Newsletter Nr. 1/2012 der WRG

26.01.2012