UPM verkauft Bereich Verpackungspapiere an Billerud

Die Billerud Finland Oy hat mit dem finnischen UPM-Konzern eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der Billerud das Verpackungspapier-Geschäft mit den finnischen Werken Pietarsaari und Tervasaari übernimmt. Die Umsätze beider Werken, die maschinenglatte und Sackpapiere herstellen, lagen im vergangenen Jahr bei 220 Mio. Euro. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 130 Mio. Euro. Mit der ßbernahme wird Billerud voraussichtlich weniger Marktzellstoff verkaufen und seine Angebotsposition bei Beutel-, Tüten- und Sackpapieren verbessern. Der Verkauf kommt nicht unerwartet, da UPM diesen Bereich nicht mehr als Kerngeschäft betrachtet.

Der Vorstandsvorsitzende von Billerud, Per Lindberg, sagt zur Transaktion: –Wir sehen in den gekauften Werken großes Potenzial, weil sie nun in eine Firma integriert werden, die auf Verpackungspapiere fokussiert ist. Die ßbernahme gibt uns eine starke Position auf Basis derer wir unser Angebot zur Entwicklung smarter Verpackungslösungen verbessern können. Mit der Akquisition lässt sich außerdem unsere Zellstoffproduktion stärker integrieren, und wir erhöhen unsere Umsätze auf Euro-Basis.–

Die Transaktion beinhaltet zwei Papiermaschinen in Pietarsaari und Tervasaari, die zu den größten und effizientesten in Europa gehören. Ihre jährliche Kapazität liegt bei 300.000 t. In beiden Werken werden 185 Mitarbeiter beschäftigt. Andere Geschäfte auf dem Gelände der Werke bleiben im Besitz von UPM und werden weiter durch den Konzern betreut. Billerud geht von jährlichen Synergien in Höhe von 3,3 Mio. Euro ab Ende 2013 aus. Sie sollen sich vor allem aus einer besseren Produktionsflexibilität innerhalb der Billerud-Gruppe ergeben. Die Einmalkosten, die sich mit der Akquisition des UPM-Geschäfts ergeben, liegen im Jahr 2012 bei 2,4 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen lag im Jahr 2011 in den gekauften Geschäftseinheiten bei 18 Mio. Euro.

Mit der ßbernahme haben beide Parteien langfristige Vereinbarungen unterzeichnet, die u.a. Zellstoff- und Elektrizitätslieferungen von UPM an Billerud vorsehen. Billerud kauft dabei den Zellstoff zum jeweiligen Marktpreis, wird aber gleichzeitig auch sehr viel mehr eigenen Zellstoff nutzen. Die Menge entspricht 85% des Volumens (343.000 t in 2011), das Billerud bisher als Marktzellstoff kauft. Mögliche Konsequenz ist, dass Billerud in Zukunft deutlich weniger Marktzellstoff verkaufen und den Bereich nicht mehr als eigene Division bilanzieren wird.

Die ßbernahme wird durch eine Kombination aus liquiden Mitteln und existierenden Kreditlinien finanziert und bedarf der Genehmigung durch Wettbewerbsbehörden auf Länder- und Europa-Ebene. Im Falle einer Nichtübernahme wird Billerud eine Vertragsstrafe von 5 Mio. Euro an UPM bezahlen. Die Produktionsmenge an Sack- und flexiblen Verpackungspapieren erhöht sich mit der ßbernahme von ca. 500.000 t auf 800.000 t pro Jahr.

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Quelle: apr Aktuelle Papier-Rundschau
Bild:
www.packaktuell.ch/

03.02.2012