Innovative Bioverpackungen für umweltbewusste Käufer

@ Victorgroup

Neben Bio-Nahrungsmitteln verlangen immer mehr Verbraucher nach einer ökologischen Verpackung. Die Branche reagiert daher mit einer Vielzahl von umweltschonenden Lösungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Zucker oder Getreide. Biokunststoffe schonen die fossilen Ressourcen wie Erdöl und tragen damit zur Reduktion der CO2-Emmissionen bei.

Bisher liegt der Anteil der Biokunstoffproduktion an der weltweiten Kunststoffproduktion noch unter einem Prozent.  Aber der Biokunststoffverpackungsmarkt steigt seit etwa zehn Jahren dynamisch, die Wachstumszahlen liegen in Europa bei rund 20 Prozent pro Jahr. Damit besitzen Biokunststoffe das Potenzial, ihren Anteil auf zwei bis fünf Prozent zu erhöhen.

Seit große Marken wie Danone und Coca-Cola Biokunststoffe in ihren Produkten einsetzen hat die Dynamik am Biokunststoffmarkt zugenommen. Etabliert haben sich beispielsweise die kompostierbaren Tragetaschen der Victorgroup, die auf dem von der BASF entwickelten Rohstoff Ecovio basieren.  Die Biotüten bestehen im Gegensatz zu klassischen Polyethylen (PE)-Tüten zur Hälfte aus pflanzlicher Maisstärke aus Industriemais. Vollständig kompostierbar sind sie unter industriellen Voraussetzungen.

Zu den Innovationen im Bereich hochwertiger Biokunststoffe gehört ein kostengünstiger Polymerisationsprozess, den Sulzer Chemtech und Purac entwickelt haben. Aus fermentiertem Zucker (Lactid) werden Polylactide (PLA) gewonnen. PLA besitzt ähnliche Eigenschaften wie herkömmliche petrochemische Kunststoffe. Daher kann es mit vorhandener Standardtechnik verarbeitet werden. Der Biokunststoff wird in Granulatform hergestellt und in der Kunststoffindustrie für Folien, Formteile, Becher und Flaschen eingesetzt. Ein großer Vorteil von PLA ist, dass das Material so verändert werden kann, dass es wahlweise entweder schnell biologisch abbaubar ist oder jahrelang funktionsfähig bleibt. Bislang aber lag der Erweichungspunkt bei lediglich etwa 60 Grad - eine zu geringe Hitzebeständigkeit für viele Anwendungsformen. Das neue Sulzer-Produkt allerdings kann Temperaturen von bis zu 180 Grad widerstehen und so zum Beispiel in Coffee-to-go-Bechern eingesetzt werden.

Quelle: Interpack

11.10.2012