Höherer Frauenanteil - AGV fordert betriebsangepasste Lösungen

Es gilt mitlerweile als unstrittig, dass es bislang zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt. Uneinigkeit herrscht jedoch über die Frage, wie dies zu ändern sei. Der Arbeitgeberverbandes Mitte meldete sich nun in einem Sonderrundschreiben an seine Mitglieder zu Wort. "Um den Frauenanteil in Belegschaften und Führungspositionen zu erhöhen, sind betriebsspezifische Lösungen der einzig richtige Weg," meint der AGV.

Der Verband verweist auf bereits sichtbare Erfolge der Bemühungen in deutschen Unternehmen um bessere Aufstiegschancen für Frauen. So ist in den 200 größten Unternehmen Deutschlands der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten allein im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent gestiegen. Im März 2011 haben die DAX-30-Unternehmen in einer Selbstverpflichtung erklärt, sie würden spezifische und differenzierte Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils in der Belegschaft und in Führungspositionen definieren.

Der Arbeitgeberverband verweist auch auf die Notwendigkeit des zügigen Ausbaus der Kinderbetreuung, der eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeute. "Hier engagieren sich viele Unternehmen, besonders auch in Südniedersachsen und Nordthüringen, auf hervorragende Weise. Gleichwohl bleibt noch viel zu tun".

Die Vorteile gemischter Führungsteams hat die Wirtschaft längst erkannt, doch haben einige technisch orientierte Branchen und kleine und mittlere Betriebe immer noch Probleme, geeignete Bewerberinnen für Führungspositionen zu finden. Hier wird es in den nächsten Jahren darum gehen, or allem junge Frauen stärker in die natuwissenschaftlichen und technischen Berufe einzubinden.

Der AGV richtet sich mit seinem Schreiben gegen die umstrittene Quotenregelung und verweist auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes, die einer Quotenregelung tendenziell entgegen steht.

Ob eine Quote kommt oder nicht, wird letzten Endes wohl maßgeblich in den Händen der Unternehmen selbst liegen. Steigt der Frauenanteil in Führungspositionen nicht kurz- bis mittelfristig deutlich an, könnte sich die Politik genötigt sehen, eine Quote trotz all ihrer "Nebenwirkungen" einzuführen. Gerade für den Mitteltand, der sch die Einrichtung eigener Kinderbetreuungseinrichtungen oder aufwendiger Arbeitszeitmodelle kaum leisten kann, wäre diese Maßnahme wenig wünschenswert.

Es bleibt also spannend!

Quelle: Rundschreiben des AGV Mitte

04.05.2012